familienfreundlicher Film

 

Die Altersfreigabe für Filme und andere Trägermedien wird in Deutschland von der FSK geprüft. Auf der Basis des Jugendschutzgesetzes und der FSK-Grundsätze werden durch Prüfung alle Filme in Deutschland mit FSK-Alterskennzeichnungen versehen, die das Mindestalter für Jugendliche, ab dem das Anschauen des Filmes empfohlen wird angezeigt wird. Der Film „Die eiserne Lady“ wird dabei ab einem Mindestalter von 6 Jahren empfohlen. Die Altersfreigabe des Filmes wurde jedoch lange Zeit heiß diskutiert, da der Film explizite Gewalt- und Kriegsszenarien enthält, die für Kinder ab 6 Jahren ungeeignet scheinen.

Zwar dominieren im Film die eher seichten Momente, in denen die ehemalige Premierministerin Großbritanniens, Margaret Thatcher, als alternde Greisin mit zunehmender Demenz skizziert, wird aber es gibt auch Szenen, in denen sich Thatcher an ihre politische Karriere zurückerinnert. Szenen, in denen Bombenanschläge stattfinden, Straßenschlachten. Bilder aus Archivaufnahmen, die die Realität direkt auf den Bildschirm holen. Szenen, die für die Augen 6jähriger noch nicht fassbar sind.

So erscheinen die halluzinierten Momente Thatchers mit ihrem längst verstorbenen Ehemann Dennis fast komödiantisch, andere wiederum zu drastisch. Die betagte und leicht demente Margaret Thatcher hat immer wieder Flashbacks, in denen sie sich an einzelne Episoden ihres Lebens erinnert. Im Film werden mehrere Bombenanschläge der IRA drastisch inszeniert. Darüber hinaus sind immer wieder Archivaufnahmen eingestreut, die nicht nur die angeführten Bombenanschläge zeigen, sondern auch Straßenschlachten, bei denen Menschen niedergeritten oder brutal über den Boden geschleift werden. Für ein Kind von 6 Jahren sind diese intensiven Eindrücke und der, fast zu gut vermittelt, Realitätsbezug schwer zu verarbeiten. Auch das Jugendministerium für Bildung und Frauen empfahl auf Grund dieser drastischen Szenen, die Altersfreigabe  ab 12 Jahren.

Neben der offiziellen Freigabe der FSK ist natürlich auch der verzerrte Inhalt des Filmes kritisch zu betrachten. Die fast schon empathische Darstellung der Hauptfigur, Margaret Thatcher, überwiegt im Film. Der eigentliche politische Bezug fehlt im Film in überbordendem Maße. Vielmehr hat die Regisseurin Wert auf die Skizzierung einer alternden Greisin mit fortschreitender Demenz gelegt, wobei die Geschichte rund um die politischen Ereignisse im Film reiner Fiktion entspringt. Zwar war die Thatcher dement, jedoch entspringen vor allem die Anfangs- und Endsequenzen des Filmes der Feder von Phyllida Lloyd. Im eigentlichen Sinne erfährt der Zuschauer kaum etwas über Margaret Thatcher.

Die wichtigen Stationen in der Biografie der britischen Regierungschefin von 1979 bis 1990 werden nur kurz und lückenhaft abgehakt. Die Betrachtung bleibt zu oberflächlich und unpolitisch, um sich ein reales Bild von der Politikerin zu machen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit und der Politik Margaret Thatchers fehlt vollkommen.

Als familienfreundlicher Film kann man „Die eiserne Lady“ daher kaum bezeichnen. Der Film sollte mit Bedacht geschaut werden, vor allem sollte man in der Familie auf die Erklärung der Gewaltszenen achten und das tatsächliche politische Agieren der Thatcher aufmerksam machen, um das verzerrte Bild der ehemaligen Premierministerin aufzulösen.