Die eiserne Lady weltweit im TV

 

Der Film die eiserne Lady ist einer der am höchsten gelobten und auch am meisten kritisierten Filme der letzten Jahre. Gerade weil Margaret Thatcher eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Geschichte Britanniens war. Von 1979 bis 1990 hat die britische Premierministerin ihr Land mehr verändert als jeder Regierungschef vor ihr. Ihre Anhänger feiern sie als Retterin Großbritanniens. Ihre zahlreichen Gegner werfen ihr vor, Gemeinsinn und Solidarität in der britischen Gesellschaft durch einen kalten Kapitalismus ersetzt zu haben. Thatcher hatte einen außerordentlichen Einfluss und überragt alle britischen Politiker. Noch heute prägt Ihr Denken und Handeln Großbritannien.

Übersetzung des Filmes

Thatcher ist mit ihrer Politik in die Geschichtsbücher eingegangen und flimmert heute spektakulär inszeniert auf den Bildschirmen der heimischen Wohnzimmer. Ein Film, der in jedem Land gesehen werden sollte und auch in die wichtigsten Sprachen übersetzt werden sollte. Zwar spricht man in vielen Ländern Englisch aber nur die eigene Sprache kann einem die Zusammenhänge begreiflich machen. Schon eine Übersetzung mit Untertiteln wäre ein Fortschritt, der der Welt das Leben der Thatcher und die Auswirkungen ihrer Politik direkt ins Wohnzimmer holen würde. Natürlich ist eine Synchronisation bedeutend hochwertiger und angenehmer für den Zuschauer, jedoch sind die Kosten dafür, den Film in alle relevanten Sprachen zu übersetzen relativ hoch auch hapert es oft an der genauen Übersetzung.

„Politische Schonkost“

Der Film „Die eiserne Lady“ handelt vom Leben der einstigen Premierministerin Großbritanniens, rührt aber an vielen Stellen viel zu kurz an den politischen Auswirkungen des „Thatcherismus“. Der 2011 gedrehte Film der britischen Regisseurin Phyllida Lloyd nach einem Originaldrehbuch von Abi Morgan erschien zunächst auf Englisch in den USA und England. 2012 erschien der Film auch in der deutschen Synchronisation.

Den Film „Die eiserne Lady“ sollte man jedoch nicht ohne politisches Hintergrundwissen konsumieren. Gezeigt wird größtenteils eine alternde Dame, die zunehmend mit ihrer Demenz zu kämpfen hat. Eine Frau, die einst britische Premierministerin wär, eine Frau, die sich hochkämpfen musste. Eine eiserne Frau, die Krieg führte und mit harter Hand durch eine Wirtschaftskrise manövrierte. Viel zu entdecken von ihrem politischen Einfluss gibt es im Film allerdings nicht, einzelne Stationen ihrer politischen Karriere werden allenfalls angerissen, weggelassen oder geschönt dargestellt – ein Affront für die Gegner der Thatcherismus. Der Film stützt sich größtenteils auf die fiktive Geschichte einer ehemaligen Politikerin, die ihre besten Tage hinter sich hat, die sich an Dinge erinnert, die weit weg sind und sich dabei ihren bereits 2003 verstorbenen Ehemann Dennis ins Wohnzimmer halluziniert. War er doch all die Jahre ihr einziger treuer Begleiter und Unterstützer. Meryl Streep spielt die Rolle der Thatcher mit einer beeindruckenden Intensität, sodass beim Zuschauer großes Mitleid entsteht für eine Frau, die zu den meist gehassten politischen Figuren der britischen Geschichte zählt. Ein filmisches Drama, das Wahrheiten ausklammert und Rührung erweckt – politische Schonkost, über die man diskutieren sollte. In allen Sprachen.